| Geschichte des Wäschewaschens | ![]() |
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| Waschtag im Dorf | ||||
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intensive Bearbeitung der Wäschestücke..... |
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In unserem Haus gab es einen Raum
im Kellerbereich, der über eine Extra-Treppe von außen her erreichbar
war, und der „Waschhaus“ hieß, eine feuchte dunkle Höhle. Irgendwo
hinten stand ein riesiger schwarzer Kessel, eingelassen in einen
gemauerten Herd. An den Wänden stapelten sich große hölzerne Wannen,
die von Eisenreifen zusammengehalten wurden. Ab und zu, im Abstand von
einigen Wochen, kam emsiges Leben in diese Düsternis: der Tag der
„großen Wäsche“ stand bevor. Schon in den Tagen zuvor wurden die
Wannen ins Freie befördert und dort gewässert. Erst durch Befeuchten
bekamen die einzelnen, kunstvoll gebogenen Bretter die beabsichtigte
Form, quollen auf und drückten mit der Festigkeit aneinander, die
notwendig war, um darin Wasser zu halten. Am Waschtag rückten zu tatkräftiger
Mithilfe zwei ältere Frauen aus der Nachbarschaft an. Dampfschwaden
zogen ins Freie. Seit dem frühen Morgen kochte im Kessel das Wasser
(dieses musste mühsam in Eimern aus dem benachbarten Keller herüber
geschleppt werden). Stets feucht verklumpte Pappschachteln mit FEWA und
PERSIL standen bereit, daneben stapelte sich in Stücken die gelbliche
Kernseife. In Wannen und Bottichen war die (weiße) „Kochwäsche“
schon am Vortage „eingeweicht“ worden. Nun wurden die einzelnen Wäschestücke
mit dem „Wäschestampfer“ gewalkt, auf einem Waschbrett intensiv
gerubbelt, bei Bedarf gebürstet, gespült, noch mal eingeseift und
herumgeschwenkt usw. Dann kamen die triefenden Teile in die
„Wringmaschine“, eine Anordnung aus mehreren Walzen, die mit einer
Handkurbel gedreht werden konnten und das Wasser auspressten. Im Sommer
wurden die weißen Wäschestücke zunächst zum Bleichen auf der Wiese
ausgelegt und hin und wieder gewässert. Das benutzte heiße Wasch- und
Spülwasser aus der ersten Runde wurde in Wannen aufbewahrt, denn nach
der Kochwäsche wurden darin nacheinender helle und dunkle Buntwäsche,
Wollwäsche, Strümpfe und Arbeitskleidung gewaschen. Dann endlich
flatterten die großen weißen Bettlaken und die vielen Leibchen und Strümpfe
ordentlich aufgereiht im Winde. In den nächsten Tagen wurden dann die
getrockneten großen Wäsche-Stücke zusammengelegt, in Körben
verpackt, auf den Handwagen verfrachtet und ab ging die Fahrt zur
„Rolle“. Das war eine große Maschine, die in einem Haus einen
Kilometer entfernt stand und stundenweise gemietet werden konnte. Dort
wurden in die Wäschestücke in ein spezielles „Rolltuch“ gelegt und
auf einer runden Holzrolle (etwa einen Meter lang und 10 Zentimeter
dick) aufgewickelt. Anschließend wurde unter Beschwerung mit einem
Kasten voller Steine die Rolle hin- und herbewegt, das Rolltuch wickelte
sich ab und wieder auf und die Wäsche wurde dabei geglättet.
aus "Am Abend mancher Tage - eine Spurensuche in Mitteldeutschland", Wartburg-Verlag Weimar, 2008; von Joachim Krause, Hauptstr. 46, D-08393 Schönberg, Tel. ++49-3764-3140 http://www.krause-schoenberg.de/kinderzeit.html Jedwede Veröffentlichung dieses Artikels, auch auszugsweise, darf nur mit Erlaubnis des Autors geschehen. |
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