Geschichte des Wäschewaschens
Wäscheklammen (Waschkluppen)

hölzerne Wäscheklammern mit Drahtfedern 

Macht heute noch jemand "Speil"?

"Speil" wurde die Urform der Wäscheklammern genannt. Dies deswegen, weil sie aus einem gespaltenen (gespeilten)  Aststücke gefertigt war. Hergestellt wurden diese Wäscheklammern bei uns im Mühlviertel aus dem Holz des Haselnussstrauches.
      Um den Herbstbeginn begaben sich Leute, die sich etwas dazuverdienen mussten, in den Wald und sägten dort etwa 2 m lange Ruten ab. Daheim wurden diese auf einem luftigen Dachboden getrocknet. Im Winter, wenn die andere Arbeit ruhte, sägte man die Stangen in zirka 15 cm lange Stücke. Am Astende wurde ein Nagel eingeschlagen, dann das Holzstück umgedreht und die Nagelspitze umgebogen und ins Holz zurückgeschlagen. Dies verhinderte, dass bei der anschließenden Bearbeitung das ganze Aststück sich spaltete. Nun erst konnte das Holzstück am anderen Ende gespalten werden. Ein kleines Holzstückchen wurde in den Spalt eingeklemmt. Nach einiger Zeit behielt der "Speil" seine V-förmige Öffnung und das Holzstück konnte wieder herausgenommen werden. Mit einem Taschenmesser wurden alle wegstehenden Teile entfernt, damit später keine scharfen Stellen die Wäsche beschädigten.

In anderen Gegenden wurden Wäscheklammern hergestellt, indem man aus rechteckigen Holzplättchen einen keilförmigen Teil herausschnitt. Findige Kluppenerzeuger schnitten auch andere Formen heraus. Solche Kluppen passten sich noch besser der Dicke des Wäschestückes an.

Die
hölzernen Wäscheklammern mit der Drahtfeder, anfänglich "Sturmkluppen" genannt, verdrängten allmählich die alte Art, die man nur mehr in Museen, z. B. im Wäschepflegemuseum Rainbach i.M. anschauen kann.

Da das Holz der Kluppen nur bedingt witterungsbeständig ist, stellte man diese aus Plastik her, jedoch vorerst noch mit der Drahtfeder. Es gibt jedoch auch schon Wäscheklammern, die ganz aus Plastik sind.